Unter dem Titel „Erschwert das Bürgergeld die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt“ stellt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB ) im IAB-Forum vom 24.03.2025 Forschungsergebnisse zu dieser Frage dar.
Einige wichtige Erkenntnisse:
- Obwohl Deutschland anteilig sehr viel mehr Geflüchtete als die meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten aufgenommen hat, lag die Erwerbstätigenquote von Migrant*innen nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2023 mit 70 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 66 Prozent.
- Aufgrund der rückläufigen Zahl an Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund wuchs die Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Jahr 2023 nur noch dank ausländischer Beschäftigter. Auch künftig ist eine Zunahme der Erwerbstätigkeit und damit eine Stärkung der sozialstaatlichen Finanzierungsbasis ohne Migration kaum realistisch.
- Geflüchtete integrieren sich aufgrund der persönlichen Folgen von Krieg, Verfolgung und Flucht häufig langsamer als andere Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt. Hemmend wirken zudem die schlechtere Passung zwischen ihrer (Aus-)Bildung und den Arbeitsmarktanforderungen in Deutschland sowie institutionelle Hürden (Beschäftigungsverbote, Asylverfahren, Wohnsitzauflagen).
- Die Erwerbstätigkeitsquoten nähern sich jedoch denjenigen anderer Migrant*innengruppen und dem Bevölkerungsdurchschnitt an: Nach acht Jahren sind 68 Prozent erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote der Männer ist nach acht Jahren sogar höher als die der Männer im Bevölkerungsdurchschnitt.
- Die Arbeitsmarktintegration kann durch schnellere Asylverfahren, frühzeitige und bessere Sprachangebote, Abbau institutioneller Hürden wie Wohnsitzauflagen, vermehrte Vermittlungsanstrengungen, Eingliederungshilfen und Abbau von Diskriminierung beschleunigt werden.
siehe dazu auch: Erschwert das Bürgergeld die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt?
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